Bürgerinitiativen Flughafen Braunschweig-Wolfsburg
gegen die Startbahnverlängerung des Flughafens

in Kooperation mit BIBS-Fraktion, Braunschweig-Online, Querumer Forst, Waggum


Häufig gestellte Fragen
zum Ausbau des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg



Kann man nach einem Ausbau des Flughafens von Braunschweig aus in andere deutsche Städte fliegen?
Das ist ohne einen Ausbau des bisherigen Flughafens möglich. Schon vor Jahren hatte die Firma Easy Jet Linienflüge in verschiedene deutsche Städte von Braunschweig aus im Internet angeboten, aber mangels ausreichenden Bedarfs wieder zurückgezogen.

Kann man nach einem Ausbau des Flughafens von Braunschweig aus in in ferne Länder fliegen?
Ein Beispiel: Von Braunschweig aus fand ein Flug mit 147 Passagieren in einer Boeing 737-700 nach Luxor/Ägypten statt, wobei das Flugzeug zur Aufnahme weiterer Passagiere und zum Auftanken einen Zwischenstopp in Nürnberg einlegte. Ein anderes Beispiel: Eine 25-köpfige Delegation des VfL Wolfsburg startete in Braunschweig mit einem Airbus A319 zum Flug nach Argentinien mit einem Zwischenstopp auf den Kapverdischen Inseln. Im übrigen werden regelmäßig Leserreisen von Braunschweig aus in ferne Länder angeboten.

Können große Flugzeuge in Braunschweig landen und starten?
In Braunschweig landen und starten regelmäßig große Flugzeuge der Kategorien Airbus A319/A320/B737/MD-83. Einige Beispiele sind hier zu finden.

Braucht der Airbus A320 des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt eine längere als die bestehende Landebahn?
Wenn der Airbus A320 des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt mit der maximal zulässigen Startmasse von 77.000 kg starten müsste, wäre die in Braunschweig ehemals vorhandene Startbahnlänge von 1.680 m nicht ausreichend.

Muss der Airbus A320 des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt mit der maximal zulässigen Startmasse in Braunschweig starten?
Nein. Selbst die Firma Airbus nennt für Flugversuche zum so genannten Hochauftrieb mit Schreiben vom 6.6.2006 an das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt nur eine erforderliche Startmasse von 90% der maximal zulässigen Startmasse.

Muss man zur Erforschung des Auftriebs an einem Flugzeug mit der maximal zulässigen Startmasse starten?
Nein. Der Auftrieb eines Flugzeugs ist keine Funktion seines Gewichts. Um den erforderlichen Auftrieb für Flugzeuge erzeugen zu können, ist eine entsprechend angepasste Geometrie von Rumpf und Tragflächen erforderlich.

Hat das Oberverwaltungsgericht Lüneburg in einem Prozeß den nicht bestehenden Zusammenhang von Startmasse und Flugzeugauftrieb erkannt?
Offenbar nicht. Auf einen entsprechenden Hinweis hat das Nds. Oberverwaltungsgericht sogar einen diesbezüglichen Beweisantrag auf gutachterliche Stellungnahme abgelehnt.

Kann das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt für gelegentliche Flüge mit seinem Airbus A320 auch auf andere Flughäfen ausweichen?
Ja, zum Beispiel auf den Sonderflughafen Oberpfaffenhofen (EDMO) mit einer Start- und Landebahn von 2.286 x 45 m. Hier ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt Nutzungsberechtigter und unterhält am Ort das Forschungszentrum Oberpfaffenhofen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt.

Ist der Airbus A320 des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt datentechnisch an das Forschungszentrum Braunschweig des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gebunden?

Nein. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt besitzt an den Standorten Braunschweig und Oberpfaffenhofen vergleichbare Flugabteilungen und Einrichtungen zur Datenübertragung zwischen Bord und Boden und umgekehrt. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt Braunschweig betreibt darüber hinaus seit Jahrzehnten mobile Telemetrie- und Telekommandoanlagen.

Gibt es Veränderungen beim Luftverkehr in Braunschweig?
Der Braunschweiger Flughafen wird als Forschungs- und Geschäftsreiseflughafen betrieben und ist nicht unmittelbar von Veränderungen des weltweiten Luftverkehrs betroffen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt beobachtet den Luftverkehr und berichtet darüber in der Luftverkehrsstudie Global Aviation Monitor (GAM). Die Zahl der Flugbewegungen am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg ist hier zu finden.

Gibt es Nachtflüge am Braunschweiger Flughafen?
Ja, z.B. medizinisch notwendige Nachtflüge oder Landungen von Geschäftsleuten, die z.B. in China um 16 Uhr eine Konferenz beenden und anschließend nach Hause fliegen. Am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg sind 6 Nachtflüge pro Woche in der Zeit von 22:00 - 06:00 Uhr mit einem Lärmpegel von mehr als 75dbA erlaubt.

Kann ich von Braunschweig anstatt von Hannover nach Frankfurt fliegen?
Im Prinzip ja. Versuche von Luftverkehrsgesellschaften, einen solchen Dienst von/nach Braunschweig einzurichten, scheitern aber regelmäßig am mangelnden Passagieraufkommen.

Müssen die Flugzeuge von VW nach einem Start in Braunschweig einen Tankstopp in Hannover einlegen?
Nein. Der VfL Wolfsburg hat bei seinem Flug mit dem Airbus A319 von VW nach Argentinien einen Tankstopp auf den Kapverdischen Inseln eingelegt. Andere Flugzeuge von VW legen auf dem Flug nach Fernost einen Tankstopp in Sibirien ein, wo - nebenbei - der Treibstoff erheblich billiger als in Deutschland ist.

Wie viel Wald ist von dem geplanten Flughafenausbau betroffen?
Laut
Planfeststellungsbeschluss erfährt das bestehende Landschaftsschutzgebiet durch die Erweiterung des Flughafengeländes eine Beeinträchtigung auf einer Fläche von ca. 90 ha (900.000 qm). Dies entspricht einer Größe von etwa 126 Fußballfeldern nach FIFA-Norm.

Wieso sind 60.000 Bäume betroffen?
In der Waldbestandsaufnahme geht man in der Regel von 600 Bäumen pro ha aus. Bei den anfangs in Rede stehenden ca. 100 ha Waldbetroffenheit ergab sich ein Schätzwert von 60.000 Bäumen. Tatsächlich sind nach Angaben der Stadt Braunschweig 41.132 Rodungen und zusätzlich noch einmal 2.000 so genannte Baumkürzungen durchgeführt worden.

Was bedeutet der Flughafenausbau für den zukünftigen Luftverkehr?
Der Flughafenausbau hat keine Bedeutung für den zukünftigen Luftverkehr. Merklicher Linien-, Charter- und Frachtverkehr ist u.a. bei Inanspruchnahme von Fördermitteln durch die dann gegebene 15-jährige Bindung des geplanten Flughafenausbaus an die Forschung nicht zu erwarten.

Gibt es viele Flugversuche des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, für die eine längere Startbahn benötigt wird?
Nach vielen vergeblichen Versuchen zur Begründung derartiger Flugversuche blieb es anlässlich der Verhandlung vor dem Nds. Oberverwaltungsgericht bei einigen Flugversuchen zum Thema „Hochauftrieb beim Airbus A320“ pro Jahr. Später wurden daher verstärkt Flugversuche mit dem Militärtransportflugzeug Airbus A-400M zur Sprache gebracht. Dieses Flugzeug ist jedoch für Starts und Landungen auf unbefestigten Pisten (z.B. Graspiste) konstruiert und benötigt eine maximale Startstrecke von 940 m. Die ehemalige Start- und Landebahn besaß jedoch eine Länge von 1.680 m.

Braucht die TU Braunschweig für ihre Flugversuche eine längere Startbahn?
Die Begründung für eine Start- und Landebahnverlängerung durch Forschungsarbeiten der TU Braunschweig zu einem speziellen Anflugverfahren für Flugzeuge (HALS/DTOP) wurde fallen gelassen, nachdem durch die Bürgerinitiativen bekannt wurde, dass dieses Verfahren am Frankfurter Flughafen bereits erfolgreich eingeführt worden war. Ansonsten schließt sich die TU Braunschweig dem (zweifelhaften) Bedarf des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt an.

Wird die in Anspruch genommene Waldfläche durch Ausgleichsmaßnahmen ersetzt?
Quantitativ mag das zutreffen. Allerdings wird ca. die Hälfte der Ausgleichsflächen außerhalb Braunschweigs angelegt, so dass diese für Klimaschutz, Luftreinhaltung und Naherholung in Braunschweig bedeutungslos sind. Ferner ist ein „Umzug“ der am Rande ihrer Existenz dahin vegetierenden Vogel-, Amphibien- und Käferpopulation und des über Jahrhunderte gewachsenen, lebensspendenden Waldbodens in entfernte Ausgleichsflächen auszuschließen. Ein echter Ausgleich für den verlorenen Wald kann nicht stattfinden, da für einen Ausgleich ca. 200 zum Teil von einander entfernte Flächen vorgesehen sind. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich durch Zahlungen von der Pflicht zum Ausgleich freizukaufen.

Wird nach einem Flughafenausbau der Fluglärm in Bienrode reduziert?
Bei gleichbleibendem Luftfahrtgerät könnte der Fluglärm bei Starts und Landungen aus östlicher Richtung in Bienrode abnehmen und in Hondelage zunehmen. Bei Starts mit maximaler Startmasse aus östlicher Richtung wird sich für Bienrode wenig ändern außer bei lärmarmen Flugzeugen (Bürgernahes Flugzeug).
 
Ändert sich die Sicherheit vor Flugunfällen in Bienrode nach einem Flughafenausbau?
Wenn mit maximaler Startmasse aus östlicher Richtung gestartet wird, dürfte die Sicherheit in Bienrode bei Startabbruch, go around und Notmanövern eher abnehmen.
 
Gab es in dem in Anspruch genommenen Wald nicht hunderte von Brutpaaren des Mittelspechts?
Mittelspecht (Dendrocopus medius): „Diese Spechtart ist mit ca. 33 Brutpaaren im gesamten Untersuchungsgebiet vertreten. Neben den 11 im von einer direkten Überbauung betroffenen Bereich vorhandenen Brutpaaren (Bestand im Frühjahr 2004) sind im angrenzenden Umfeld ca. 6 weitere Mittelspechtreviere vorhanden, die von den baubedingten Beeinträchtigungen erreicht werden können ... Die hier brütenden Spechte sind somit Teil einer Population mit landes- bzw. bundesweiter Bedeutung in Niedersachsen.“ (Artenschutzrechtliche Prüfung der streng und besonders geschützten Tiere und Pflanzen, LaReG, Juli 2006). "Die Vorkommen des Mittel-, Schwarz- und Grauspechts sind Teil einer Population dieser Arten von landes- bzw. bundesweiter Bedeutung". (Umweltverträglichkeitsstudie, LaReG, Juli 2006).

Siedeln sich Unternehmen aufgrund einer Startbahnverlängerung an?
„Es gibt keine Zusage von Ansiedlungen, falls die Landebahn verlängert wird“ (OB Dr. Hoffmann am 12.07.2005). „Das Ansiedlungsgeschäft  ist weitgehend tot“ (OB Dr. Hoffmann am 01.08.2005). Tatsächlich ist kein Unternehmen bekannt geworden, das sich aufgrund einer Verlängerung der Start- und Landebahn des Braunschweiger Flughafens in Braunschweig ansiedeln würde.

Werden Arbeitsplätze auch ohne eine Startbahnverlängerung erhalten oder neu geschaffen?
Ja. Einige Beispiele im Gesamtvolumen von 100 Mio. Euro: Die Technische Universität Braunschweig erhält 48,9 Millionen Euro für den Bau des Niedersächsischen Forschungszentrums Fahrzeugtechnik (NFF) am Flughafen Braunschweig, das Institut für Strömungsmechanik der Technischen Universität am Flughafen Braunschweig erhält 23 Mio. Euro für eine neue Versuchshalle mit einem Triebwerkprüfstand und Airbus, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und das Land Niedersachsen investieren in den nächsten Jahren 30 Mio. Euro für die Flugsimulation beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt am Flughafen Braunschweig. Für alle genannten Vorhaben wird keine Startbahnverlängerung benötigt

Ist der geplante Flughafenausbau finanziell gesichert?
Die Finanzierungsvereinbarung der Gesellschafter der Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH vom 18.6.2005 ging von der Erwartung aus, Fördermittel der EU aus dem EFRE*-Programm in Höhe von 9,96 Mio. Euro zu erhalten, ohne dazu einen Antrag bei der EU gestellt zu haben. Die EU, Generaldirektion Regionalpolitik, hat dazu auf Anfrage der Bürgerinitiative Waggum am 20.8.2009 mitgeteilt: „Nach Auskunft der für die Durchführung des Operationellen EFRE*-Programms 2007-2013 Niedersachsen verantwortlichen Verwaltungsbehörde sind für das Projekt derzeit nur nationale Mittel reserviert ... Da der Einsatz von EFRE-Mitteln zur Förderung des Flughafenprojektes Braunschweig derzeit nicht geplant ist, besteht für die GD REGIO keine Grundlage, das Projekt hinsichtlich seiner Vereinbarkeit mit dem Operationellen Programm eingehend zu prüfen“. Am 16.3.2010 hat die EU, Generaldirektion Regionalpolitik, der Bürgerinitiative Waggum erneut bestätigt: "Auf Grund Ihrer Beschwerde haben wir uns umgehend erneut mit der zuständigen Verwaltungsbehörde des Operationellen EFRE Programms 2007-2013 in Niedersachsen ins Benehmen gesetzt. Diese hat uns mitgeteilt, dass der Einsatz von EFRE-Mitteln für das fragliche Projekt "Forschungsflughafen Braunschweig" definitiv nicht mehr beabsichtigt ist und eine Realisierung ausschließlich mit nationalen Mitteln vorgesehen ist."

Was sagt die Stadt Braunschweig zur Finanzierung des geplanten Flughafenausbaus?
OB Dr. Hoffmann am 8.6.2009: „Der Ausbau des Forschungsflughafens wäre ohne EU-Mittel nicht möglich.“ Erster Stadtrat Lehmann am 23.6.2009 „Es wird ein Fördervolumen durch die EU für den Ausbau der Start- und Landebahn in Höhe von rd. 11,5 Mio. € (rd. 40 % auf den förderfähigen Anteil) erwartet.” Erster Stadtrat Lehmann am 22.9.2009 zum Negativ-Bescheid der EU vom 20.0.2009: „Die Schreiben, auf die Sie sich beziehen und die Aussagen, die getätigt sein sollen, mögen vielleicht irgendwie so ähnlich oder in einem anderem Zusammenhang gesagt worden sein. Mir – der Verwaltung – sind sie nicht bekannt. Und deshalb haben wir im Moment auch gar keine Veranlassung, hier von unseren Finanzierungsaussagen in irgendeiner Weise abzurücken.“

Sind die Bürgerinitiativen gegen des Ausbau des Forschungsflughafens Braunschweig?
Nein. Seit Jahren wies eine Informationstafel der Bürgerinitiativen am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg aus: „Forschung JA - Startbahnverlängerung NEIN“, „Keine Waldvernichtung für VW“ sowie "Grasseler Strasse gesperrt - Bürger wehrt Euch".

Welchen Anteil haben die Forschungsflüge des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg?
Forschungsflüge (unter Berücksichtigung aller Luftfahrzeuge wie Starrflügler, Hubschrauber, Segelflugzeuge) nehmen laut Planfeststellungsbeschluss weniger als 2% des gesamten Flugverkehrs am Braunschweiger Flughafen ein.

Ist die Volkswagen AG Hauptnutzer des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg?
Die Volkswagen AG ist laut Aussage des ehemaligen Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen Hauptnutzer des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg: "Ich freue mich darüber, dass VW nun auch den verbliebenen Anteil des Landes übernimmt, denn VW ist Hauptnutzer des Flughafens", sagte Ministerpräsident Christian Wulff  nach der Kabinettssitzung." Ein Gutachten der Airport Research Center GmbH im Auftrag der Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH bestätigt: "Leicht angestiegen auf 1.912 Starts und Landungen – gegenüber 1.808 im Jahr 2000 – ist der VW-bezogene Werkverkehr. Sein Anteil an den Flugbewegungen dieser Flugart hat deshalb – und weil die sonstigen Werkverkehre leicht zurückgegangen sind – auf etwa 45 Prozent zugenommen." Und an anderer Stelle:" Volkswagen AirService trägt mit steigenden Anteilen – 35 Prozent im Jahr 2000, 45 Prozent im Jahr 2003 – zum Aufkommen bei und der restliche Werkverkehr verliert entsprechende Anteilswerte".

Ist der Flughafenausbau, wie von CDU, FDP und SPD beschlossen, rechtlich zulässig?
Verwaltungsrechtlich vielleicht. Außer „rechtmäßig zulässig“ gibt es aber noch andere Kriterien wie „ethisch“, „ökologisch“, „moralisch“ oder „grundvorsorgend“, wenn es um den Erhalt von 40.000 Bäumen in Braunschweig zum Schutz von Klima, Luftreinhaltung und Naherholung in Braunschweig geht. Die kürzliche Immobilien-, Finanz- und Wirtschaftskrise war zwar auch „rechtlich zulässig“, dürfte aber kaum wünschenswert gewesen sein.

Wie groß ist die durch den Flughafenausbau beeinträchtigte Fläche?
Planfeststellungsbeschluss: "Die innerhalb des erweiterten Flughafengeländes liegenden Flächen sind zukünftig einer weiteren Erholungsnutzung dauerhaft vollständig entzogen. Ebenso werden die als Rundwanderweg bedeutsamen Wegeverbindungen am Westrand des Waldes unterbrochen und das bestehende Landschaftsschutzgebiet "BS 9" erfährt durch die Erweiterung des Flughafengeländes eine Beeinträchtigung auf einer Fläche von ca. 90 ha."

Braucht die Volkswagen AG die Startbahnverlängerung für Flüge ihres Leitungspersonals?
Mindestens drei Viertel der Flugbewegungen einschließlich der gecharterten Flüge gehen nach Beobachtungen auf das Konto der Volkswagen AG. VW-Sprecherin Ines Roessler dementiert das auf Anfrage im Jahre 2010. Das Unternehmen habe in den vergangenen Jahren nur 17 Prozent der Flugbewegungen veranlasst. Langstreckenflüge trete das Leitungspersonal ohnehin von Hannover aus an. Siehe auch Weser-Kurier, Nr. 5, Sonntag, 31. Januar 2010.

Ist der Umbau des Airbus A320 des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt zum Forschungsflugzeug erfolgt?
Der Airbus A320 des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (deutsches Kennzeichen D-ATRA) sollte 2006-2008 für die Forschung elementar mit Eingriffsmöglichkeiten in die Flugzeugsteuerung umgebaut und 2009 in Dienst gestellt werden. Statt dessen wurde das Flugzeug 2007 der Firma Airbus überlassen und fliegt seither mit dem französischen Kennzeichen F-WWDB für Vorhaben der Firma Airbus in China, Mexiko und anderen Orten um die Welt.

Was ist mit den im betroffenen Natur- und Vogelschutzgebiet lebenden Tieren passiert?
Nach Auskunft der Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH wurde während der gesamten Baumfällungen kein einziges Tier in einer Baumhöhle gefunden. Die Frage nach dem Verbleib der im betroffenen Gebiet gutachterlich festgestellten und hoch geschützten Mittelspecht-Population beantwortete der Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafengesellschaft Manlik (CDU) wie folgt: "Der Mittelspecht, der wird umgesiedelt, wenn er denn noch da herumfliegt". (Sendung "Der reale Irrsinn", NDR Extra3 vom 31.01.2010).

Ist die Bevölkerung vom Flughafenausbau beunruhigt?
Braunschweiger Zeitung, Seite 18, vom 25.02.2010: "Gegenüber unserer Zeitung gibt sie (Anm.: die Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH) auf drängende Fragen die notwendigen Antworten, die die vom Ausbau betroffenen Anlieger in Braunschweigs Norden beruhigen sollen".

Wie hoch ist die Zahl der Flugbewegungen am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg?
Die Flughafengesellschaft weist die Flugbewegungen seit dem Jahre 1991 in einer Statistik aus.

Was kostet der beabsichtigte Ausbau des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg?

Die Kosten des Flughafenausbaus wurden im Jahre 2004 vom Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr mit 30,8 Mio. Euro angegeben. Laut Stellungnahme der Stadt Braunschweig vom 11.12.2007 (Drucksache 7079/07) betrugen die Kosten nur drei Jahre später bereits 38,6 Mio. Euro.

Wie hoch sind die jährlichen Verluste der Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH?
Die Flughafen Braunschweig-Wolfsburg arbeitet seit Jahren defizitär. Die erforderlichen Zuschüsse für den Betrieb des Flughafens betrugen

2006                                               1,423 Mio. Euro

2007                                               1,794 Mio. Euro

2008                                               2,149 Mio. Euro

2009                                               2,277 Mio. Euro

2010                                               2,562 Mio. Euro

 

Etwa 80% des Zuschußbedarfs musste bisher durch den Steuerzahler aufgebracht werden. Nach dem Ausstieg der Volkswagen AG aus der Flughafengesellschaft trägt der Steuerzahler 100 % des Zuschußbedarfs.

*EFRE = Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung

Zuletzt überarbeitet: 12.09.2012
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